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Erfolg im Business

Susanne Strobach

BloggerInnen, ExpertIn

„Wer sich keine Sorgen macht, der leidet womöglich unter Phantasiemangel“ meint John Irving in einem Interview im neuen Diogenes-Magazin. Halten Sie es eher wie er oder wie die immer stärker verbreiteten buddhistischen Ansichten „Hör auf zu denken, sei einfach glücklich“? Oder liegen Sie so in der Mitte drin? Wie auch immer: Im Berufsalltag sehen wir uns mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert, mit denen wir mehr oder weniger gut zurechtkommen. Mit diesem Blog gibt Trainerin und Mediatorin Susanne Strobach Einblicke in verschiedene "Problemstellungen" und lässt dabei ihre Erfahrungen aus der Praxis einfließen.

05 Juli 2012 | 16:52

Was ist Glück im Beruf - Teil 2

Interne Referenzen oder „Ich weiß es einfach!“

„Hi Babsi, du sollst zum Chef! Und kannst du danach mein Telefon übernehmen, ich muss noch das Protokoll vom letzten Meeting schreiben und den Dienstplan fürs nächste Monat!“, ruft Angelika über den Flur. „Babsi, wenn du zum Chef gehst, kannst du ihm gleich die Unterschriftenmappe mitnehmen und fragen ob er seinen Terminkalender schon aktualisiert hat?“, schließt sich Sybille an.

Früher hat Babsi alles brav gemacht, worum sie gebeten wurde und die eigene Arbeit hinten angestellt, schließlich war ihr ein gutes Arbeitsklima wichtig und vor allem, dass alle sie mochten. Bis, ja bis sie ihre Freundin Tina auf ein Seminar „Mit Spaß nein sagen“ mitgenommen hat. Da lernte Babsi, ihre Bedürfnisse zunächst einmal zu erkennen und ernst zu nehmen und dann sich gegen Anliegen anderer abzugrenzen – klar, selbstbewusst und mit Charme.

Und so entgegnet sie auf die Bitten ihrer Kolleginnen fröhlich augenzwinkernd: „Klar, mach ich alles, gleich nachdem ich meine Flügel ausgefahren und euch noch allen Frühstück gebracht habe!“

Das letzte Mal ging es um externe Referenzen – Erwartungen anderer, denen wir entsprechen wollen. Für Menschen mit externen Referenzen ist es für ihren Erfolg wichtig, was andere über sie denken, andernfalls sind sie unsicher, ob sie vielleicht etwas falsch gemacht haben.

Anders ist es bei den internen Referenzen. Menschen, die nach innen orientiert sind, sind sich selbst im Klaren darüber, dass sie gute Arbeit leisten, dass sie gut bei anderen ankommen und dass sie ihr Leben nach ihren eigenen Wertmaßstäben gewichten. Nach Begründungen gefragt, sagen sie oft: „Ich weiß es einfach!“. Eine Aussage, die Sie vielleicht bei Kindern schon gehört haben. Denn mit diesen internen Referenzen kommen wir auf die Welt. Erst verschiedene Erfahrungen lassen sie uns in den Hintergrund drängen und uns auf externe Referenzen verlassen, die uns aber oft „hinunter ziehen“ und zu Ballast werden.

Nehmen Sie sich gleich heute ein paar Augenblicke, um sich zu besinnen: Warum tue ich, was ich tue? Lebe ich wirklich meine Werte oder die anderer? Und woher kommen meine Werte – habe ich sie als Kind irgendwo übernommen oder stehe ich wirklich zu 100% dahinter, weil ich gut damit lebe?


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