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Wolfgang Gombas

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    Lieber Herr Gombas, Ich habe eine äußerst dringende Frage an Sie. Mein Freund leidet unter massiven Schlafproblemen. Er arbeitet in Schichten unter hohem Zeitdruck und trägt viel Verantwortung in seinem Job. Wie er selbst sagt, hat er vergessen, wie man einschläft. Er hat dermaßen Angst nicht einzuschlafen, dass er im Endeffekt auch nicht einschlafen kann - vor lauter Stress. Es ist schon so schlimm, dass er öfters 4 Nächte lang wach gelegen ist und natürlich trotzdem arbeiten gehen musste. Er weiß, es ist alles eine Kopfsache. Er hat versucht, an andere Dinge beim Einschlafen zu denken oder sich nur auf die Atmung zu konzentrieren, vorher Sport zu machen usw. Nichts hat geholfen. Er kann nur noch mit Schlaftabletten oder Alkohol einschlafen. So kann es nicht weitergehen. Haben Sie einen Rat? Danke

    Sehr geehrte Anfragerin! Sie haben recht, sich Sorgen zu machen. Wenn das "Alarm-Zentrum" (Arousel-Zentrum) im Gehirn derart aktiviert ist, braucht es entweder ein profundes Wissen und Training in Entspannungstechniken oder Meditation, oder aber Medikamente. Alkohol hilft natürlich auch beim Abschalten, aber die Kollateralschäden sind noch viel schlimmer. Ich rate also dringend, eine/n Psychiater/in aufzusuchen. Ohne die richtigen Medikamente wird es vermutlich nicht gehen (Schlafmittel sind da übrigens auch keine Lösung - machen abhängig). Freundliche Grüße, alles Gute

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    Wie merkt man, ob man nur schlecht drauf ist und wann ist man depressiv? Können Sie ein paar Anzeichen für Depression nennen. Danke

    Nun, da wären Freudlosigkeit, Energielosigkeit, Motivationslosigkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, eventuell diffuse Ängste, Gereiztheit, innere Unruhe, Lebensüberdruss, Suizidgedanken. Dann körperliche Probleme wie Druck auf der Brust, häufiges Seufzen, Schwitzen, Potenzprobleme, Verdauungsstörungen, Kältegefühl, allgemeines Unwohlsein und Krankheitsgefühl. Oft werden persönliche Angelegenheiten vernachlässigt, man pflegt sich nicht, achtet nicht auf Ernährung, Bewegung, kann sich nicht entspannen. Hilft Ihnen das weiter? Freundliche Grüße,

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    Hallo! Es ist ein bisschen kompliziert: Eine Freundin kämpft heftig mit ihrem Selbstbewusstsein. Sie ist körperlich etwas untersetzt, kämpft auch mit dem Gewicht und hat wirklich kein modebewusstsein. Im Job wird sie deshalb nicht ernst genommen. vor einiger zeit habe ich sogar eine panikattacke miterlebt. sie bildet sich auch heftige schmerzen ein, die sie nicht existent sein können (Magen drückt auf Lunge, deshalb bekommt sie keine Luft, organisch nicht wirklich möglich?!?) - was wiederum nur nach viel Essen passiert. Irgendwie glauben wir, dass das zusammenhängt - essen-gewicht-aussehen-selbstbewusstsein-tiefe krise. sollten wir sie sanft zu einer psychologischen untersuchung drängen? Wir wollen sie natürlich auch nicht verletzen...

    Sehr geehrte Anfragerin! Ihre Vermutung scheint zu stimmen. Selbstbewusstsein, Aussehen, Attraktivität, Essen und Gewicht sind - wenigstens in unserem Kulturkreis - typischerweise eng miteinander verbunden. Zugleich kann! ein voller Magen nach oben drücken und das Atmen erschweren (allerdings nicht so sehr, dass man ersticken könnte). Wahrscheinlich drückt hier nicht nur der Magen, sondern auch das schlechte Gewissen... Mein Vorschlag: sprechen Sie es an. Manchmal wird zwar der Überbringer der schlechten Nachricht geköpft, aber vielleicht entgehen Sie diesem Schicksal ;-). Der mögliche Gewinn wäre aber ein Bewusstwerden des Problems bei Ihrer Freundin. Wünsche Ihnen dazu viel Erfolg, freundliche Grüße, Dr. Gombas

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    Lieber Herr Gombas, ich habe eine ganz allgemeine Frage. Mich würde interessieren wie häufig Schizophrenie in Österreich ist, kennen Sie da vielleicht eine Studie oder Zahlen? Danke

    Sehr geehrter Anfrager! Schizophrenie ist - und das ist sehr bemerkenswert - überall auf der Welt in etwa gleich häufig. Der Prozentsatz liegt um 1% der Bevölkerung. Das ist in Österreich genau so wie in Australien oder sonstwo. Nachdem die Erkrankung gut beforscht ist, finden Sie auch im Internet (Wikipedia, etc.) jede Menge verlässliche Zahlen und Daten. Freundliche Grüße

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    Lieber Herr Gombas, ich habe immer so Ticks. Ich muss mir immer mindestens zweimal hintereinander die Händewaschen, bevor ich das Haus verlasse, gehe ich mindestens zweimal in jedes Zimmer und sehe nach, ob alles passt. Ist mit mir noch alles in Ordnung?

    Sehr geehrter Anfrager! Das klingt weniger nach Tics, als vielmehr nach Zwangshandlungen. Sollten Sie den Impuls, sich beispielsweise die Hände zu waschen, nicht oder nur mühsam unterdrücken können, sollten Sie jedenfalls ärztliche Hilfe suchen. Solche Zwänge verfestigen sich leicht und sind dann wieder schwer loszuwerden. Freundliche Grüße,

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    Meine Freundin möchte sich die Brüste vergrößern lassen und ihre Mutter unterstützt sie noch, da sie meint: "Danach fühlt sie sich sicher besser und ist nicht mehr so oft traurig!" Meine Freundin ist depressiv und sucht auch noch verzweifelt einen Mann. Brüste vergrößern halte ich aber für falsch! Was soll ich ihr sagen? Wie kann ich ihr das ausreden?

    Sehr geehrte Leserin! Sie haben vollkommen recht, sich Sorgen zu machen. Die Folgen einer solchen Operation sind nicht wirklich abschätzbar. Insbesondere wenn ihre Freundin jung ist, verändern sich die Brüste noch mehrmals im Leben, ganz zu schweigen von Schwangerschaft. Dazu kommt offenbar noch die Idee, mit größeren Brüsten leichter einen Mann zu finden und auch die Hoffnung, die Depressionen würden verschwinden. Das erscheint mir enorm bedenklich. Bevor Ihre Freundin einen solchen Schritt tut, sollte sie unbedingt mit einer Therapeutin/Therapeuten sprechen. Das heißt nicht, die Operation ausreden, sondern sich über die oft unbewussten Hoffnungen und Wünsche klar werden. Freundliche Grüße, alles Gute

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    Lieber Dr. Gombas! Eine Freundin von mir meint plötzlich, sie könne nicht mehr vor anderen Menschen Nahrung zu sich nehmen. Ich kann mir das wirklich nicht erklären - klar, bin auch keine Ärztin. Aber wir sind jahrelang gemeinsam Essen gegangen und jetzt geht das nicht? Außerdem finde ich sei auch unschön dünn. Soll ich das ansprechen oder ihr einfach Germknödel mit dem Kochlöffel runterstopfen?

    Sehr geehrte Leserin! Falls Ihr Verdacht stimmt und Ihre Freundin wirklich eine Essstörung hat (da käme am ehesten Anorexie in Frage), dann wird Ihr Versuch, sie mit Gewalt zu ernähren, furchtbar scheitern und zum Ende Ihrer Freundschaft führen. Fragen Sie sie nach ihrem Gewicht und ersuchen Sie sie, wenn sie ihr nicht glauben sollten, sich gemeinsam abzuwiegen. Das wird Ihnen klar machen, ob da eine Essstörung ist - denn dann wird sie die Waage verweigern. Falls das alles in die gleiche Richtung führt, sprechen Sie mit den Angehörigen. Und sagen Sie ihr das vorher. Das ist ganz wichtig. Bei Essstörungen ist dann eine psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung unerlässlich, meist stationär. Alles Gute, viel Glück, Dr. Gombas

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    Ich habe vor zwei Wochen ein Kind bekommen und leide jetzt an einer Depression. Ist das normal? Kommt das häufiger vor? Was kann ich dagegen tun? Meine Hormone spielen absolut verrückt, was auch eine riesige Belastung für meinen Partner ist. Geht das wieder weg? und wenn ja, wann?

    Sehr geehrte Leserin (und junge Mutter ;-))! Entschuldigen Sie die späte Antwort, war in Urlaub. Ja, das kommt häufiger. "Wochenbettdepression" nennt man das. Die Ursachen sind vielfältig. Die Hormone sind oft ein Teil der Ursache, die Trennung vom Kind oft eine zweite. Immerhin waren Sie neun Monate lang sozusagen "das Werkzeug der Schöpfung". Jetzt sind Sie nur mehr "normale Mutter", noch dazu mit einem Haufen Aufgaben und Verantwortung, die bisher Ihr Körper ganz alleine und nebenbei geschafft hat. Natürlich geht die Depression wieder weg. Aber vielleicht wäre professionelle Hilfe - Psychotherapie - nicht schlecht. Manchmal sind auch Medikamente sinnvoll. Wenn Sie aber stillen, ist Vorsicht angebracht. Freundliche Grüße und alles Gute der jungen Familie, Dr. Gombas

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    Lieber Herr Gombas, ich habe eine Frage zum Thema Sucht. In meinem Bekanntenkreis gibt es jemanden, der meiner Meinung nach ein Problem mit Alkohol hat. Die betreffende Person ist zwar nicht sturzbetrunken, aber Bier und Wein schon am Vormittag sind absolut keine Seltenheit. Wie spricht man sowas denn am besten an?

    Es gibt vier recht einfache Fragen zum problematischen Alkoholtrinkmuster, die sogenannten CAGE-Fragen: Cut-down (Haben sie schon versucht, den Konsum einzuschränken) Annoyed (Ärgern Sie sich über Kritik an ihrem Trinkverhalten) Guilt (fühlen Sie sich schuldig) Eye-opener (Trinken Sie schon morgens, um in Schwung zu kommen). Im Falle Ihres Bekannten dürfte einiges dafür sprechen, dass er (oder sie) bereits ein gravierendes Problem hat. Wegen der Uneinsichtigkeit (kommt oft vor) können Sie aber wenig machen. Auch Krankenhäuser halten die Leute nicht gegen ihren Willen fest, wenn sie keine Therapie wollen. Meistens sind die Konsequenzen nur persönlicher Natur: den Kontakt beenden oder damit drohen (muss aber ernst gemeint sein, also es dann auch durchziehen). Wenn jemand nicht will, kann er oder sie auch nicht "gerettet" werden. Sonst geraten Sie in eine Ko-Abhängigkeit (oder sind es vielleicht schon). Mein Rat: sprechen Sie mit einem Fachmann/ -frau über das Problem. Das klärt oft die eigene Situation (schlechtes Gewissen, Wunsch zu helfen, etc.) Alles Gute, Dr. Gombas

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    Lieber Herr Gombas, Da Sie sich ja mit Essstörungen auseinandersetzen, habe ich diesbezüglich eine Frage: Könnten Sie mir bitte sagen, ab wann eine Essstörung vorliegt? Gibt es da so eine Art Test? Magersucht, Bulimie, Binge-Eating, Orthorexie sind bekanntlich Krankheiten. Aber was ist (das betrifft vermutlich viele Frauen) wenn man schon unzählige Diäten hinter sich gebracht hat, man ständig nur ans Essen denkt und so eine Art Hassliebe zum Essen entwickelt hat? Ist das eine Störung und wenn ja, lässt sich das therapieren?

    Liebe Anfragerin (nehme an, Sie sind eine Frau)! Es gibt da unterschiedliche Sichtweisen. Essstörungen im engeren - also psychiatrischen - Sinn sind klar definiert. Das betrifft Magersucht, Ess-Brech-Sucht und "Essattacken bei psychischen Störungen", also im Wesentlichen Binge Eating. Orthorexie fällt nicht darunter. Psychotherapeutisch jedoch sieht das anders aus. Da ist alles "therapiewürdig", was Leiden verursacht. Darunter fällt vermutlich auch ihr Problem. Das lässt sich behandeln und sollte auch gemacht werden. Therapie der Wahl ist hier Psychotherapie. Freundliche Grüße Dr. Gombas

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