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Astrid Wessely

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Die letzten Fragen.

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    Wann ist denn der bete Zeitpunkt im Jahr, um mit dem Hausbau zu beginnen? Oder ist das im Grunde nicht so wichtig? Danke

    Im Grunde ist es nicht so wichtig. Entscheidend ist oft die Bauweise und die Größe des Bauvorhabens, also die Dauer des Bauens. Natürlich gibt es Zeiten, die für manche Arbeiten ungeeignet sind oder in denen man gar nichts machen kann. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Temperaturen weit unter null sind, dafür ist dann die Luft am trockensten. Im Sommer gibt es sehr hohe Luftfeuchtigkeit, auch viel Regen, da trocknet manchmal der Estrich nicht. Entscheide ich mich für eine Trockenbauweise, bin ich davon natürlich unabhängig. Auf jeden Fall empfehle ich, gemeinsam mit den Ausführenden einen verbindlichen Bauzeitplan zu erstellen, damit es nicht zu ungewollten Verzögerungen kommt.

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    Mein Sohn möchte gerne Architekt werden. Er ist zwar sehr kreativ und begabt, aber ich kenn mich leider nicht aus in der Branche. Wie sieht da der Arbeitsmarkt in Österreich aus? Ist das ein steiniger Weg?

    Gratuliere Ihrem Sohn zu dieser Entscheidung. ArchitektIn zu sein bedeutet große Verantwortung zu übernehmen - für sich selbst, weil man in der Kreativität und auch in der Realisation oft an seine Grenzen geht und für andere, weil man ja schließlich für andere entwirft, die tiefsten Bedürfnisse kennenlernt und die größten Ängste, nämlich die der Existenz. ArchitektIn zu sein bedeutet für mich jeden Tag eine neue Herausforderung, aber jeden Tag darf ich kreativ sein, darf gestalten, darf die unterschiedlichsten Menschen kennen lernen - vom Vorstandsvorsitzenden bis zum Bauhilfsarbeiter. Sich dafür zu öffnen, bedeutet für mich Lebensfreude! Ich liebe die Vielfalt, die dieser Beruf mit sich bringt! Und die Herausforderungen! Hörsäle sind überfüllt, das mag sein und am Arbeitsmarkt schaut es auch nicht sonderlich gut aus, aber das sind meiner Ansicht nach keine Gründe, nicht ArchtektIn zu werden. :-) Ich wünsche Ihnen und Ihrem Sohn ein frohes Osterfest!

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    Liebe Frau Wessely, unser Haus wird bald fertig. Haben Sie ein paar Tipps, worauf man bei der Endabnahme achten sollte? DANKE

    Es gibt eine sehr ausführliche Liste dazu unter http://www.bauwissen-online.de/Premium/Plp_Teil_5.pdf , die auch wunderbar für Einfamilienhäuser funktioniert. Wenn Sie sich daran halten, kann nicht viel schief gehen. Sie sollten sich aber zusätzlich die Frage stellen, ob sie Mängel als solche überhaupt erkennen können? Wenn nein, haben Sie vielleicht einen vertrauten Professionisten, der Sie bei der Abnahme unterstützt? Gibt es Ausführungspläne und Detailpläne, mit denen Sie das tatsächlich Gebaute vergleichen können? Und machen Sie Fotos, Fotos, Fotos falls Ihnen was komisch vorkommt. Und unterschreiben Sie nichts, solange Sie sich nicht ganz sicher sind, dass alles passt!

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    Liebe Frau Wessely, wir sind gerade dabei Haus zu bauen, stecken auch schon mitten in den Arbeiten. Jetzt haben wir allerdings ein Problem mit unserem Architekten. Es gab eine größere Meinungsverschiedenheit und die Fronten sind jetzt sehr verhärtet. Ist es denn möglich, während eines Baus den Architekten, der gleichzeitig auch Bauleiter ist, zu wechseln? Haben Sie Erfahrung damit? Wir möchten auf keinen Fall, dass sich das Bauprojekt lange hinauszögert...

    Prinzipiell rate ich, das Gespräch zu suchen. Vielleicht bedienen Sie sich ja auch eines Mediators? Wenn die Fronten so verhärtet sind, dass da gar nichts zu machen ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass der Architekt noch großes Interesse hat, das Bauvorhaben weiter zu betreuen. Das wäre ähnlich einer Geisterfahrt! Vielleicht steht in Ihrem Vertrag was drin, unter welchen Umständen dieser aufgelöst werden kann? Falls es keinen gilt, gelten die "üblichen" Urheberrechtsbedingungen: prinzipiell hat ein Künstler das Recht auf Ausführung seines Werkes. In der Architektur ist das sehr streitbar. Ist Architektur Kunst? Hat der Entwurf einen künstlerischen Anspruch? Eventuell hat der Architekt auch Anspruch auf sein Honorar. Oder Teile davon. Zu klären ist vielleicht auch, ob sich der Architekt was zu Schulden kommen lassen hat. Hält er sich an die vereinbarten Leistungen? Wie Sie sehen, ist die Frage sehr schwer zu beantworten. Letztendlich hängt es von Ihren Vereinbarungen ab. Aber Verträge können unter gewissen Bedingungen immer - oder meistens - aufgelöst werden. Seien Sie aber achtsam mit den Kosten, die da auf Sie zukommen könnten. Überlegen Sie sich auch, ob Sie einen Anwalt hinzuziehen möchten. Meine persönliche Meinung ist, den Konflikt nicht eskalieren zu lassen und alles Mögliche zu tun, um sich zu einigen! Es kostet Sie viel Geld und unheimlich viel Energie, beides brauch Sie aber ganz sicher für die restliche Bauzeit. Ich wünsche Ihnen jedenfalls, dass sich alles auflöst.

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    Ich habe eine ähnliche Frage, wie es sie schon weiter unten gibt und zwar geht es um Kurse fürs Heimwerken. Mich würde allerdings interessieren, ob Sie auch Angebote speziell für Frauen kennen. danke

    Die deutschen Baumärkte OBI und Bauhaus bieten solche Kurse an. Ich weiß, dass auch der österreichische Baumax das gemacht hat. Die Kurse speziell für Frauen gibt es aber nicht mehr. Angeblich mangels Nachfrage. Vielleicht sollten Sie sich dort nochmals erkundigen. Eventuell finden Sie auch einen Kurs über die Wirtschaftskammer.

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    Liebe Frau Wessely, eine ganz allgemeine Frage: Mit welchen Kosten muss man denn grob geschätzt beim Bau eines Einfamilienhauses rechnen. Also ohne die Grundstückskosten, aber mit allem, was man sonst so braucht? Kann man das grob abschätzen?

    Die Antwort auf so eine Frage geht je meistens nach hinten los, aber ich versuche trotzdem, sie zu beantworten. Ich werde dem Haus Namen von Automarken geben, dadurch wird der Unterschied vielleicht deutlich. Fahren tun sie ALLE! Wenn Sie sich eine Dacia anschaffen, kostet der nicht mehr als 1500 € pro m2, dafür sitzt man nicht so gut, er ist nicht besonders komfortabel, hat vielleicht auch ein paar Wehwehchen, vielleicht ist auch der Verbrauch etwas höher. Dann hätten wir da einen günstigen Mittelklassewagen von Opel oder Ford oder dgl., ab 1800 € bis 2000€ pro m2 sind Sie da gut dabei. Da ist auch schon einiges an Komfort drin. Das nächste wäre dann der VW oder der Mercedes, was richtig Solides, an dem man lange Freude hat. Dafür müssen Sie 2400 € bis 2800 € rechnen. Da sind dann auch die Betriebskosten schon etwas niedriger und die Sitze beheizt und richtig gemütlich. Naja, und dann gibt es noch die Upper- und Upper-Class, da wären wir dann bei Porsche und Bentley und dergleichen. Von 3000 € aufwärts nach oben offen, mit allem drum und dran. Luxus pur! :-) Ich hoffe, das ist so einigermaßen verständlich. Ich empfehle, ein gesundes Mittelmaß zu wählen, sich gut zu überlegen, auf was Sie vielleicht in Ihrem Haus verzichten könnten und was unbedingt dabei sein muß. Am meisten sparen Sie immer noch bei der Optimierung der Grundrisse und Flächen. Geschickt geplant hat man auch auf wenigen m2 mit einer ganzen Familie Platz, auch ohne auf jeglichen Komfort zu verzichten und immer noch leistbar!

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    Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Dinge, die man beim nachhaltigen Bauen beachten muss? Der Begriff ist so weitreichend - was fällt da alles darunter?

    Mit diesem Thema beschäftige ich mich schon sehr lange. Die gängige Vorstellung ist natürlich die ökologische Nachhaltigkeit. Darunter fällt Materialwahl, Kompaktheit, Lebensdauer, Ökobilanz, Energieverbrauch, Lebenszyklus udgl. Der zweite Aspekt ist die soziale Nachhaltigkeit. Darunter verstehe ich, dass ein Gebäude den Ansprüchen von mehreren Generationen, Geschlechtern, Bevölkerungsgruppen gerecht werden muss. Darunter fällt auch Barrierefreiheit. Das nächste, das ich zur Nachhaltigkeit hinzuzählen würde, ist die Flexibilität eines Gebäudes, Veränderbarkeit, Erweiterbarkeit, Rückbaubarkeit, so dass es den Bedürfnissen der Bewohner für eine möglichst lange Zeit entsprechen kann. Ein weiterer wichtiger Aspekt für mich als Architektin, ist die Ästhetik des Gebäudes. Ich bin einfach der Meinung, dass ein Gebäude so gestaltet werden sollte, dass man es gern um sich hat. Es ist unsere dritte Haut. Ich weiss nicht, ob das vielen Menschen bewußt ist, aber einen großen Anteil an unserem Wohlbehagen, an unserem Geborgenheitsgefühl haben die Gebäude, die uns umgeben. Natürlich sind Geschmäcker verschieden, daher ist es sehr wichtig, sich mit seinen eigenen Vorlieben zu beschäftigen. Man sollte ebenso wählerisch und individuell damit umgehen wie bei der Wahl seiner Kleidung!

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    Gibt es Kurse für Männer, wo sie handwerkliches Geschick lernen können. Sowas wie: Fließen verlegen lernen, wie baut man einen Kasten, wie verputzt man die Wand richtig usw? Kennen Sie da etwas?

    Es gibt so Kurse bei der niederösterreichischen Bauakademie. Informationen darüber finden Sie bei NOE gestalten. Ist nicht nur für Männer ;-)

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    Wir sind gerade dabei unser Haus zu planen und überlegen, ob wir ein Erdwärmesystem integrieren sollen. Haben Sie damit Erfahrung und können mir einige Dinge nennen, die man beachten sollte?

    Bei meinem ersten Projekt wurde eine Tiefenbohrung gemacht. Leider hat sich dann erst herausgestellt, dass eine zweite notwendig ist. Das sind natürlich dann erhebliche Mehrkosten. Bei meinen folgenden Projekten, war Erdwärme kein Thema mehr. Meistens haben sich meine Kunden für Pellets entschieden. Ich kann Ihnen aber folgenden Link empfehlen. Hier finden Sie eine ausführliche Information über Erdwärme und wahre Experten dafür: http://www.energiesparhaus.at/energie/waermepumpe.htm

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    Liebe Frau Wessely, könnten Sie mir vielleicht verraten wie viel ein Architekt/eine Architektin ungefähr kostet, wird das in Prozent des Wertes de Objektes gerechnet, geht das nach Stunden oder gibt es einen Pauschalpreis? DANKE

    Laut Honorarrichtlinien sind Architektenleistungen nach Aufwand zu berechnen. Das heisst, Sie sollten vom Architekten/von der Architektin eine Angebot erhalten, in dem drin steht, welche Leistungen er/sie für Sie erbringt, wie lange er/sie dafür in etwa braucht und was die einzelnen Leistungen kosten. Einzelne Leistungsphasen können dann durchaus auch als Pauschalen abgerechnet werden. Insgesamt werden Sie etwa 10 % der Baukosten für den Architekten/die Architektin brauchen.

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