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Sandra Velásquez

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Die letzten Fragen.

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    Was meinen Sie, sollte man ein Baby schreien lassen in der Nacht oder sofort hingehen und es beruhigen, sobald es weint?

    Babys haben sehr beschränkte Möglichkeiten, ihre Bedürfnisse zu kommunizieren. Weinen ist am Anfang des Lebens der einzige Weg, Schmerz, Angst, Hunger usw. auszudrucken. Erlebt das Baby, dass niemand da ist, um ihm zu helfen oder es zu trösten, kann dies das Grundvertrauen in Beziehungen bzw. die Bindungssicherheit zu den Hauptbezugspersonen verletzen. Das Baby wird ängstlicher und das Weinen kann sich sogar verschlimmern. Die Angst, ein Baby zu verwöhnen, wenn man es tröstet und geborgen hält, ist unbegründet. Babys sind nicht kognitiv in der Lage, so vorausschauend zu denken, um absichtlich ihre Eltern nachts zu stören. Ein Tipp: Eine klare Tagesstruktur, wo Rituale entstehen können (z.B. zuerst Baden, dann Füttern und danach ins Bettchen legen) kann für ein Baby beruhigend wirken.

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    Guten Tag. Meine Freundin hat ein Kind bekommen. Seit dem habe ich sie nicht mehr gesehen. Sie kann irgends mehr hin, weil es ist so kompliziert mit Kind und um 18 Uhr muss sie sowieso daheim sein, weil es dann schläft usw. Sie opfert sich total auf und ich weiß nicht, wie ich ihr klar machen soll, dass es wichtig ist, auch auf sich zu schauen und mit der Kleinen hinaus zu gehen, Freunde treffen auch wenn das Baby kompliziert ist, ale 2 Stunden gefüttert werden will und in der Nacht keine Stunde durchschläft.

    Das Leben mit einem Baby erfordert viel Energieeinsatz der Eltern. Besonders beim ersten Kind gibt es viele Unsicherheiten und Vieles fühlt sich ungewohnt und kompliziert an. Etwas, das Eltern sehr hilft, ist der Austausch mit anderen Eltern. Wenn Sie vielleicht gemeinsam mit Ihrer Freundin eine Elterngruppe organisieren oder ihr beitreten, kann Ihre Freundin ihre Bedenken, Erfahrungen und Fragen mit Eltern, die durch eine ähnliche Situation gehen, teilen, diskutieren und klären. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass, wenn Sie beide diese Erfahrung gemeinsam machen, es zu einer Stärkung Ihrer Beziehung kommen kann. Der Grundgedanke ist, Ihre Freundin zu unterstützen, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen.

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    Liebe Frau Velazquez. Vor einigen Wochen wurde bei uns eingebrochen. Wir waren zum Glück gerade nicht Zuhause, wer weiß, was sonst passiert wäre. Das Haus war das reinste Chaos und auch im Kinderzimmer haben die Diebe gewütet. Meine 7-jährige Tochter ist jetzt völlig verängstigt und will nicht mehr alleine schlafen. Wie kann ich Ihr helfen, den Schock zu überwinden?

    Wenn in den eigenen vier Wänden eingebrochen wird, wird das Sicherheitsgefühl der ganzen Familie sehr erschüttert. Viele Menschen fühlen sich dann unwohl und verängstigt in ihrer eigenen Wohnung. Diesen Zustand zu überwinden braucht sogar bei Erwachsenen eine Weile. Für Kinder kann das Zurückgewinnen des Geborgenheitsgefühls nach einem Einbruch eine große seelische Herausforderung sein. Bilder haben bei Kindern ( auch bei Erwachsenen) eine sehr starke Wirkung. Auch wenn das Kind sein Zimmer nicht verwüstet gesehen hat, können bedrohliche innere Bilder und Vorstellungen entstehen. Das wichtigste ist jedoch, dass sie den Ängsten Ihres Kindes wertschätzend und aufmerksam zuhören. Geben Sie Ihrem Kind so gut es geht, die nötige Zeit und den Raum, seine Angst und Wut (immerhin wurde sein Zimmer verwüstet) auszudrücken. Es kann von Hilfe sein, die Möbel umzustellen sowie Dekoration und Wandfarbe zu verändern. So können neue und positivere innere Bilder entstehen. Auch Symbole der Sicherheit wie Traumfänger oder Schutzengel können die Stimmung im Zimmer positiv beeinflussen. Auch Rollenspiele und Geschichten, die um Sicherheit und Schutz gehen und ein Happy End haben, können Kindern eine positive innere Sprache geben, womit es sich immer besser selber beruhigen kann.

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    Meine Freundin hat ein Kind bekommen und ich möchte Ihr ein paar Ratgeber zur Erziehung kaufen. Es gibt aber sooooo viele. Welche sind die besten? Haben Sie Buch-Tipps für mich? Danke

    Hier sind zwei Bücher, die ich sehr mag: Babyjahre: Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren von Remo H. Largo Die Lebenserfahrung des Säuglings von Daniel N. Stern

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    Liebe Frau Velásquez, ich habe ein Problem mit meiner pubertierenden Tochter. Sie ist vor kurzem 14 geworden und macht uns ganz schön zu schaffen. In der Schule sind Ihre Leistungen abgefallen, sogar in Religion ist sie durchgefallen, sie ist nur trotzig, lässt sich gar nichts sagen und ständig streiten wir. Ich weiß einfach nicht mehr, wie ich mich verhalten soll, früher hatten wir eine so tolle Beziehung. Mir war bewusst, dass die Pubertät irgendwann kommt, aber dass es so schlimm wird hätte ich mich wirklich nicht gedacht. Haben Sie vielleicht eine Idee, wie ich wieder an meine Tochter herankomme?

    Während der Pubertät haben Eltern oft das Gefühl, dass sie ihre Kinder nicht mehr wieder erkennen! Ein erster Schritt ist, an der Kommunikation und an den Erziehungsstrategien zu arbeiten: Vorwürfe (formulieren Sie diese in Wünsche oder Handlungsaufforderungen um), lange Diskussionen, oder mit materiellen Belohnungen oder Bestrafungen zu versuchen, das Kind zu verändern, zeigen sich in der Regel als kontraproduktiv und frustrierend. Sie sollten keinesfalls versuchen, ihr Problem alleine zu lösen. Vernetzen Sie sich mit den Lehrern ihrer Tochter, damit sie jeden Tag wissen, was im Lernplan dran ist. Lernen Sie die anderen Jugendlichen, mit denen sie befreundet ist, kennen , und seien sie informiert, wo Ihr Kind ist, mit wem und wann sie nach Hause kommt. Lassen Sie sich nicht provozieren, sondern fordern Sie Ihr Kind auf, zu sagen, was es will. Dann können Sie entscheiden, ob das geht oder nicht. Konsequent Nähe und Präsenz zu zeigen bewirkt bei den meisten Jungendlichen viel! Falls Sie sich mit der Situation überfordert fühlen, suchen Sie unbedingt professionelle Unterstützung auf.

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    Meine 7-jährige Tochter wurde vor einigen Wochen von einem Hund gebissen und hat jetzt große Angst, wie kann ich Ihr helfen?

    Es ist zuerst wichtig, dass ihr Kind bei Ihnen Beistand und Mitgefühl für seine Angst findet. Da ich keine weiteren Details über die Umstände der Attacke des Hundes sowie den Umfang der Verletzung kenne, kann ich nur allgemein sagen, dass Sie Ihr Kind erst wieder langsam und behutsam mit dem Thema Hund in Kontakt bringen sollten. Das, was Ihre Tochter erlebt hat, z.B. mit einem Plüschhund nochmals zu spielen, jedoch diesmal mit einem positiven Ende, kann Ihrem Kind helfen, zu spüren, dass der Kontakt mit Hunden nicht negativ ausgehen muss. Fragen wie: Was würde Dir helfen, wenn ein Hund in deine Nähe kommt? bzw. Rollenspiele, in denen Handlungsalternativen “trainiert“ werden, können Ihrem Kind wieder zu einem Gefühl der Sicherheit verhelfen. All diese Versuche dürfen Sie jedoch nur machen, wenn Sie sich absolut sicher sind, dass sich dadurch die Angst nicht verschlimmert. Das gilt besonders, wenn die Erfahrung nicht nur für das Kind, sondern auch für die ganze Familie extrem beängstigend war. Sollte die Angst vor Hunden Sie oder Ihre Tochter überfordern, ist es das Beste, psychologische Unterstützung aufzusuchen.

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    Liebe Frau Velasquez, ich weiß es ist ein ewiges leidiges Thema, aber ich habe größte Probleme meinen Sohn. schlafenzulegen. Er ist 4 Jahre alt und geht um 7 schlafen. Vor dem Schlafengehen haben wir unsere Rituale wie: gemeinsam Zähne putzen, Geschichte vorlesen und singen. Aber kaum mache ich die Tür zu, kommt er auch schon wieder will was trinken oder noch einmal aufs WC. Immer ist irgendetwas. Er kann dann oft auch sehr quengelig werden. Habe mir schon gedacht, dass 7 Uhr vielleicht zu früh für ihn ist. Soll er einfach später schlafen gehen? Danke

    Liebe Leserin! Sie können vorerst probieren, beim Kind im Zimmer so zu bleiben, dass sie seine Hand halten, jedoch keinen Augenkontakt und keine Ansprache zu ihm haben. Körperkontakt wirkt bei Kindern beruhigend. Das Zimmer soll verdunkelt sein. Sie können am Besten am Kopfende sitzen. Sollte das Kind aufs Klo gehen wollen usw., lassen sie es geschehen, dennoch ohne viel Ansprache und wenig Augenkontakt. Anders gesagt: Es soll für ihr Kind eher langweilig sein. Versuchen Sie es auf diese Art in den kommenden zwei Wochen. Falls es nicht funktioniert, können sie immer probieren, Ihr Kind später ins Bett zu legen. Wichtig ist, dass ab dem Augenblick, in dem das Kind niedergelegt wird, sie ihm zwar ihre Präsenz zeigen, sich aber nicht mit ihm unterhalten. Ansprache und Augenkontakt wirken aktivierend!

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